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Wir bieten in unserem Jahresprogramm eine Vielzahl von Veranstaltungen im In- und Ausland an. Besuche bei Einrichtungen der Luftwaffe, sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie vieles mehr! Jetzt Mitglied werden!

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Veranstaltungen

  • 18.03.2020 - TaktLwG 71 Wittmund verlegt 17.09.2020
  • 01.04.2020 - TaktLwG 51 „Immelmann“ Jagel verlegt 08.09.2020
  • 21.04.2020 - TaktLwG 31 „Boelcke“ Nörvenich abgesagt
  • 22.04.2020 - TAusbZLw Süd Kaufbeuren
  • ??.04.2020 - Premium AEROTEC GmbH Varel verlegt 10.09.2020
  • 29.04.2020 - MITGLIEDERVERSAMMLUNG abgesagt, neuer Termin folgt
  • 05.05.2020 - TaktLwG 73 „Steinhoff“ Laage
  • 18.06.2020 - LTG HSG 64 Schönewalde
  • ??.07.2020 - TAusbZLw Nord Faßberg abgesagt
  • 18.06.2020 - TaktLwG 33 Büchel

Weitere Informationen zu den o.a. Veranstaltungen folgen.

 

Treffen mit Zeitzeugen Günther Sinnecker

Autoren: Hartmut und Sigrid Köhler, Sektion Berlin

Für das Monatstreffen im Februar 2015 war es unserem Sektionsleiter Günther Hoffmann gelungen, als Zeitzeugen den Jagdflieger Günther Sinnecker aus dem Zweiten Weltkrieg für einen Vortrag zu gewinnen, den er mit selbst gedrehtem Filmmaterial und Fotos ergänzte und der einen Bogen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart schlagen sollte, denn das Thema seines Referates sollte die Zeit damals und seine heutige Sichtweise umfassen.

Unsere Gespräche mit Zeitzeugen sind stets sehr interessant, weil sie uns Einblicke bieten, die weit über das hinaus gehen, was man aus Büchern und anderen Medien erfahren kann. Zeitzeugen, die Teilnehmer am Zweiten Weltkrieg waren, sind heute um die 85 Jahre alt oder auch noch erheblich älter, denn man muss sich verdeutlichen, dass dieser Krieg in diesem Jahr seit 70 Jahren vorbei ist. Auch nach 70 Jahren kann es sehr schwer sein, das Erlebte mit der notwendigen Distanzierung darzustellen, denn es ist menschlich allzu verständlich, wenn man im negativsten Fall den gesamten Krieg von 1939 bis 1945 aktiv mitgemacht hat und dann noch eventuell 10 Jahre Kriegsgefangenschaft erlebt hatte, diese Zeit eines Lebens als völlig sinnlos verbracht zu haben, einstufen muss.

Ein Trost sollte es sein, dass die Nachkriegsgenerationen das Glück hatten, solche Erfahrungen nicht sammeln zu müssen und dass diejenigen, die den Krieg überlebt haben auch eine andere, bessere Zeit, erleben konnten. Gleichwohl muss auch dafür Verständnis aufgebracht werden, wenn sich die jüngeren Generationen auch mit kritischen Fragen an Zeitzeugen wenden, und dabei kann es durchaus auch Fragen geben, die u.U. gar nicht oder nicht zur Zufriedenheit aller beantwortet werden können.

Günther Sinnecker referierte über seinen Werdegang in der Luftwaffe. Geboren im Jahre 1921 wuchs er in der Weimarer Republik auf und musste zur Kenntnis nehmen, dass das tägliche Leben von vielen Unruhen, gewalttätigen Machtkämpfen auf der Straße und einer sehr hohen Arbeitslosigkeit geprägt war.

Diese Situation begann sich nach den Worten Sinneckers mit dem Jahr 1933 zu verändern, als Adolf Hitler Reichskanzler wurde. Deutschland wehrte sich gegen den Versailler Vertrag, die Arbeitslosigkeit ging zurück und es wurden außenpolitische Ziele erreicht. Diese Entwicklung war für ihn ein Beleg dafür, dass Deutschland auf dem richtigen Weg war. Dann kam 1939 der Angriff auf den Sender Gleiwitz an der Grenze zu Polen. Da war für Herrn Sinnecker klar, dass sich Deutschland natürlich verteidigen musste. An dieser Stelle wäre von Herrn Sinnecker eine Erklärung über die historische Wahrheit erforderlich gewesen, da sich später herausstellte, dass dieser Angriff von deutschen SS-Angehörigen in polnischen Uniformen verübt wurde, um einen Vorwand für den Einmarsch in Polen zu schaffen. Doch er beließ es bei seinem Wissensstand zur damaligen Zeit.

Günther Sinnecker berichtete, dass die ab 1933 herrschenden Machthaber sich besonders um die Jugend kümmerten. So trat er sehr schnell der Hitler-Jugend bei. Er lernt bei den Henschel-Flugzeugwerken und bewirbt sich 1940 als Soldat bei der Luftwaffe. Sein Traum erfüllt sich – er wird Pilot. Bis 1943 durchläuft er eine sehr gründliche fliegerische Ausbildung und wird in diesem Jahr Fluglehrer. Er war inzwischen auch zum Leutnant befördert worden.

Direkt vom Krieg war er war er bis zu diesem Jahr nicht betroffen. Dann änderte sich aber alles. Die West-Allierten begannen Ende 1943 mit massivsten Bombenangriffen auf Deutschland. Tagsüber flogen die Amerikaner, nachts die Engländer.
Die Lufthoheit über deutschem Gebiet sollte unbedingt zurückgewonnen werden.
Die Jagdgeschwader 300, 301 und 302, auch „Wilde Sau“ genannt, sollten dies möglich machen, indem einzelne, gut ausgebildete Jagdflieger in Nachtflügen die Allierten-Bomber abschießen. Das Problem war jedoch, dass diese einmotorigen Jagdflugzeuge für eine derartige Aufgabe in der Nacht überhaupt nicht ausgerüstet waren. Die Flieger waren völlig auf sich allein gestellt ohne Bordradargeräte. Die Todesrate in diesen Geschwadern war entsprechend hoch. Herrn Sinnecker gelangen mehrere Abschüsse, von denen aber nicht alle anerkannt wurden, weil die Beweise nicht ausreichten. Er selbst wurde 6-mal abgeschossen und konnte sich jeweils durch Fallschirmabsprünge retten. Anlässlich eines solchen Absprungs und der anschließenden Beherbergung in einer entfernten Kaserne bekam er erstmals KZ-Häftlinge zu Gesicht, die in einem Offizierskasino arbeiteten.

Ab 1944 verschlechterten sich die gesamten Bedingungen in der Luftwaffe. Die Piloten bekamen noch gutes Essen, aber schon die Verpflegung des technischen Personals wurde merklich schlechter. Die Ausbildung der Flugzeugführer verschlechterte sich ebenfalls drastisch, so dass  junge Piloten mit viel zu wenig Flugerfahrung aktiv werden mussten. Die Allierten führten einen neuen Jäger, die „Mustang“ ein, die der ME 109 überlegen war. Die deutsche Luftwaffe war hoffnungslos unterlegen. In dieser Situation wurde zu einem allerletzten Mittel gegriffen, es sollte jetzt die einzelnen Bomber direkt gerammt werden. Piloten sollten sich dazu melden und eine diesbezügliche Erklärung, so zu handeln, unterschreiben.

In den letzten Monaten des Krieges wurde er im fliegerischen Erdkampf eingesetzt, für den er nicht ausgebildet war. Kurz vor Ende des Krieges wurde seine Einheit aufgelöst. Er wurde nach eigenen Angaben formell in das Zivilleben entlassen.

Ein Ereignis im Jahre 1944 hatte dann aber noch Auswirkungen in seinem viel späteren Leben. In diesem Jahr hatte er über Dänemark einen amerikanischen Bomber B-17 abgeschossen. Er selbst musste notlanden. Viele Jahrzehnte später fand ein Däne Unterlagen seines Vaters, der diesen Luftkampf über seinem Haus miterlebt und aufgeschrieben hat. Dieser Däne entwickelte Aktivitäten und machte sich auf die Suche nach Überlebenden.
Er fand Günther Sinnecker, der nach einem Treffer noch notlanden konnte und den Heckschützen des Bombers Ed Hays, der sich damals mit dem Fallschirm retten konnte. 1998 kam es in Berlin zu einem Treffen der beiden ehemaligen „Feinde“ mit ihren Familien.
2007 verstarb Mr. Hays, aber Herr Sinnecker hält noch heute Kontakt zu dessen Ehefrau und Tochter.

Bei weitergehendem Interesse wurde auf das Buch „Luftkrieg über Mitteldeutschland 1944-1945“ von Hajo Blankenburg und Günther Sinnecker hingewiesen.

Die im Anschluss an den Vortrag gebotene Möglichkeit der Diskussion nutzte eine Zuhörerin und fragte Herrn Sinnecker danach, mit welchen Empfindungen er das Ende des Krieges am 8. Mai 1945 erlebt hat, ob es für ihn eine Erleichterung gewesen sei. Er konnte diese Frage nicht so ohne weiteres mit einer uneingeschränkten positiven Bewertung beantworten, denn er ist zu diesem Zeitpunkt dann doch noch für drei Monate in amerikanische Kriegsgefangenschaft gekommen. Nach dieser ersten Frage, die leider nicht in dem notwendigen Umfang aussagekräftig beantwortet wurde, gab es noch eine zweite Frage technischer Art, die beantwortet wurde.
Aus Gründen, die die Verfasser im nachhinein nicht nachvollziehen können, ergab sich zur ersten Frage keine weitergehende Diskussion. Dies wäre aber unbedingt erforderlich gewesen, da in diesem Vortrag die zweite Hälfte des Themas, nämlich „und wie sieht er die Zeit heute“, nicht angeschnitten wurde.

Sicherlich wird sich auch in Zukunft erneut die Möglichkeit ergeben, Zeitzeugen zu Worte kommen zu lassen. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass es nicht nur bei der Vermittlung von Sachverhalten und eigenen Erlebnissen bleibt, sondern auch eine Bewertung und historische Einordnung erfolgt, damit für die Zukunft Lehren aus der Vergangenheit gezogen werden können. Berücksichtigt werden muss dabei allerdings, dass wegen des nunmehr hohen Alters von Zeitzeugen dafür nicht mehr viel Zeit bleibt.

 

 

Daten & Fakten

Gründung: 19.09.1984
Stand 2016:  1.187 Mitglieder

Kontakt

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51127 Köln

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