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  • 20.2.19 - Fliegerhorst Eindhoven

 

Vortrag zum Thema "Der sächsische Luftschiffpionier Georg Baumgarten"

Autor: Rainer Appelt, Leiter Sektion Dresden

In der Sektion Dresden referierte Kerstin Neubert zum Thema „Der sächsische Luftschiffpionier Georg Baumgarten“.

Der Vortrag der Referentin, Stellvertretende Schulleiterin der Oberschule „Am Flughafen“ in Chemnitz, war in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Einerseits war er das Ergebnis eines bemerkenswerten und prämierten Schülerprojektes einschließlich des Baues eines Modelles nach Originalplänen in der Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht“ und andererseits war es ein Beitrag über eine historische Epoche in der deutschen Luftfahrtgeschichte, die so in der Öffentlichkeit noch nicht bekannt. Vielmehr wird noch heute die Luftschifffahrt mit dem Namen Friedrich Graf von Zeppelin in Verbindung gebracht obwohl dieser erst 1900 seinen ersten Zeppelin LZ 1 am Bodensee startete.

Georg Baumgarten (1837-1884), studierte Forstwissenschaften in Tharandt und leitete danach als Oberförster den Forstbezirk in Grüna/Sachsen.


Georg Baumgarten, Quelle wikimedia

Bekannt wurde er als der „Fliegende Oberförster“. Lagen doch seine Ambitionen bei der Konstruktion und Bau sowohl von Luftschiff-Modellen 1873-1875 als auch von lenkbaren Luftschiffen. Der erste Versuch eines bemannten Aufstiegs 1878 in Dresden-Weißer Hirsch fiel noch wegen Mängel bei der Gasfüllung (Wasserstoff) aus. Ab 1879 unterstützte der vermögende Leipziger Buchhändler Dr. Hermann Wölfert (1850-1897) finanziell die weiteren Arbeiten Baumgartens. In Leipzig stieg im März 1880 Baumgarten, durch ein Missgeschick versehentlich allein, auf. Weitere Aufstiege gelangen 1881/82 in Altendorf (heute Chemnitz) und in Berlin-Charlottenburg vor dem Militär.


Baumgartens Dreigondelluftschiff über Dresden montiert, Quelle wikimedia

Wegen seiner „umfangreichen Nebentätigkeit“ und eines verhängnisvollen Zwischenfalls, wegen einer Beleidigung schoss er auf eine Fabrikanten, geriet Baumgarten immer mehr in Bedrängnis mit seinem Arbeitgeber. Bevor es zu einer Verurteilung kam, wurde Baumgarten für schuldunfähig erklärt und musste die Dienstwohnung räumen. 1882 verschlechterte sich der Gesundheitszustand und wegen attestiertem Wahnsinn erfolgte nunmehr die Einweisung in die Landes-Irrenanstalt Colditz wo er 1884 im Alter von nur 47 Jahren an Tuberkulose verstirbt.

Die Leistungen sind umso bedeutender anzusehen, als das sie in einer Zeit vollbracht wurden, wo der bekannte Wissenschaftler Hermann Helmholtz1 , ab 1872 Vorsitzender der königlichen „Kommission zur Ausarbeitung eines Programmes für Versuche, welche die Gesetze des Luftwiderstandes mit Rücksicht auf … die Anwendung steuerbarer Luftfahrzeuge…“, in mehreren Aufsätzen 1873 und 1883 sowohl die Lenkbarkeit als auch die Herstellung einer geeigneten Kraftmaschine anzweifelte. Gleichwohl sind die Erfindungen /Patente Baumgartens von bleibender Bedeutung:

•    Für Antrieb und horizontaler Steuerung verwendete er Luftschrauben und Wendeflügel
•    Der Gas-Ballon bestand aus Einzelzellen, den sogenannten „Ballonets“
•    Die vertikale Steuerung erfolgte mittels Luftschrauben, nicht wie üblich durch Ballast- oder Gasabgabe
•    Die Gondel hing mittels Tragseile unter dem Gas-Ballon
•    Für den Vortrieb recht die menschliche Muskelkraft nicht aus, ein motorischer Antrieb war nötig


Flügelluftschiff mit Lenkvorrichtung, Patenschrift Nr. 19137 von G. Baumgarten, Quelle wikimedia

Dr. Wölfert arbeitete ab 1883 allein an der Entwicklung eines lenkbaren Luftschiffes weiter. Sein handbetriebenes Luftschiff „Deutschland“ wurde mit wechselndem Erfolg vorgeführt. Gottlieb Daimler, der seine neu entwickelten Motoren zu Lande, zu Wasser und in der Luft einsetzten möchte, nahm 1887 Kontakt zu Dr. Wölfert auf.


Wölfert-Luftschiff um 1886, Quelle wikimedia

Das Ergebnis war bekannt: Am 10. August 1888 unternahm Dr. Wölfert in Cannstatt die erste Fahrt eines Luftfahrzeuges mit einem Otto-Motor. Eine weitere Fahrt mit einem Daimlermotor, den 16 PS NL 1, unternahm Zeppelin elf Jahre später 1899 in Cannstatt. Bei einer Auffahrt am 12. Juni 1897 verursachte eine Stichflamme des Benzinmotors die Explosion. Wölfert und sein Mechaniker Knabe stürzten ab und starben. Spuren dieser Luftschiff-Pioniere lassen sich im Heimatverein Grüna/Sa. und im Industriemuseum Chemnitz finden.


Modell eines Luftschiffes von 1879 nach G. Baumgarten im Industriemuseum Chemnitz, Foto Rainer Appelt

 1 Technisch-ökonomische INFORMATION der zivilen Luftfahrt, Heft 4/1987, Ministerium für Verkehrswesen der DDR, Seite 147 f.

Daten & Fakten

Gründung: 19.09.1984
Stand 2016:  1.187 Mitglieder

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