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  • 20.2.19 - Fliegerhorst Eindhoven

 

Vortrag in der Sektion Dresden: „Deutsche Spuren in der sowjetischen Luftfahrtgeschichte – Teil I“

Text: Rainer Appelt, Leiter Sektion Dresden
Bilder: „Deutsche Spuren …“ von D. A. Sobolew

Ich möchte meinem Vortragsbericht zwei Zitate für jene Zeit voranstellen:
„Kaum andere Beziehungen im Ablauf der deutschen Geschichte in den letzten 200 Jahren haben in ihren Auswirkungen die politische Entwicklung unseres Landes … so nachhaltig beeinflußt wie die zwischen  Deutschland und Rußland.“ (Olaf Groehler: „Selbstmörderische Allianz Deutsch-russischer Militärbeziehungen 1920-1941“)
„Über längere Zeiträume war die Ansicht verbreitet, die Entwicklung des Flugzeugbaues in unserem Vaterland (Rußland/Sowjetunion) sei ein von der Außenwelt unabhängiger Prozeß gewesen, welcher ausschließlich von den Anstrengungen sowjetischer Wissenschaftler und Konstrukteure bestimmt worden ist. Ein anderer Standpunkt dazu wurde in westlichen Ländern vertreten: Ihre Erfolge verdanke die sowjetische Luftfahrt auch der Zusammenarbeit mit Deutschland …“ („Deutsche Spuren in der sowjetischen Luftfahrtgeschichte“, D. A. Sobolew)

Und genau diese Problematik behandelte Dr.-Ing P. Horn, ein oft in der Sektion Dresden gern gesehener Gast und Referent. Zweckmäßiger Weise wurde die Thematik nicht nur in zwei Vorträge unterteilt sondern auch in wichtige Zeitabschnitte im Teil I von 1921-1936 sowie von 1937-1939. Wichtig für das Verständnis jener Vorgänge ist die Ausgangslage in jener Zeit von Deutschland und Rußland, nämlich deren wirtschaftliche und politische Isolation. Der Vertrag von Versailles auferlegte Deutschland nicht nur in 55 Einzelartikel wichtige militärbezogene Einschränkungen (Verbot von See- und Luftstreitkräfte, Besitz schwerer Waffen u.a.) sondern es verlor auch Teile seines Territoriums (73.485 km²) mit 7.325.00 Einwohnern. In dieser Situation versuchten die Flugzeughersteller wie Albatros, Junkers, Heinkel und Dornier durch die Verlagerung der Flugzeugproduktion in das Ausland diese Bestimmungen zu umgehen. Auch die Sowjetunion hatte ein großes Interesse daran, das deutsche wissenschaftlich-technische Potenzial für die Entwicklung der Landesverteidigung zu nutzen. Der im Jahr 1922 zwischen  der RSFSR und Deutschland abgeschlossene Rapallo-Vertrag ebnete die Wege dazu. Geheime Verhandlungen der Reichswehr führten zu:

- Konzession für ein Junkers Flugzeugwerk in Fili bei Moskau (1922-1926).
- Eröffnung einer Flugschule und Luftwaffenerprobungsbasis in Lipezk (1925-1933)
- Schaffung eines Test- und Entwicklungsgeländes für Giftgas in Tomka sowie Nutzung einer Ausbildungsbasis und eines Panzerübungsgebietes in Kazan


1928: Junkers Ju-13/F 13 mit deutscher und sowjetischer Kennung

Diese Verträge sicherten nicht nur den Kauf bestimmter Flugzeugmuster (Beispiele: Albatros L 77, Heinkel HD 37, HD 55B, Dornier „Wal“ u.a.) sondern auch die Produktion ausgewählter Junkers-Flugzeuge in Fili (in der Nähe von Moskau) wie Ju-20/21, Ju 13 (F 13), G23/24 als JuG-1 u.a. sondern auch die Ausbildung deutscher und sowjetischer Piloten.


1928: Doppeldecker-Jagdeinsitzer Heinkel HD 37 als Versuchsmuster im Forschungsinstitut der sowjetischen LSK

Nach 1933 wurde mit dem Machtantritt Hitlers die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Sowjetunion immer schwieriger. Die Flugzeugproduktion der Junkers-Werke in Fili war bereits 1926 eingestellt worden, die Erprobungsbasis Lipezk beendete bereits 1933 die 1926 aufgenommene Zusammenarbeit. In jener Zeit analysierte die Sowjetunion insbesondere die im Spanischen Bürgerkrieg 1936 erbeuteten deutschen Flugzeugmuster wie He 51, Bf 109 B, Ju 52/3m, Ju 86 und He 111. Damals vertrat die sowjetische Seite noch die Auffassung, dass ihre (quantitativ) weltgrößte Luftmacht unbesiegbar sei. Genau dieser Standpunkt musste revidiert werden als sie auf der Grundlage des 1939 zwischen Stalin und Hitler abgeschlossenen Geheimpaktes die modernsten deutschen Flugzeuge wie Bf 109 E, He 100, Ju 88A, Do 215B, Bf 110C, Fw 58B-2, Bü 131 D-2 sowie den Fieseler-Storch (Nachbau in der SU als Antonow OKA-38) besichtigen, nachfliegen und kaufen sowie Flugzeugwerke besichtigen dürften. Aus heutiger Sicht mag dies mehr als unverständlich sein. Die deutsche Seite war sich dieser Situation vor dem Hintergrund des in Kürze mit der UdSSR beginnenden Krieg durchaus bewusst. Dennoch vertrat sie die Meinung, der kurze zur Verfügung stehende Zeitraum bis zum Kriegsbeginn 1941 kann die sowjetische Seite nicht zur Nutzung der gewonnenen Erkenntnisse nutzen, was jedoch ein großer Irrtum war. Die Produktion einer neuen Generation sowjetischer Flugzeuge wie Mig-3, LaGG-3, Pe-2 und Il-2 belegen dies.


1938: Auswertung einer in Spanien erbeuteten Bf 109B im Forschungsinstitut der sowjetischen Luftstreitkräfte


1940: Auswertung einer gekauften Dornier Do-215B im Forschungsinstitut der sowjetischen Luftstreitkräfte


1940: Auswertung einer gekauften Bf 109E mit Motor DB 601 im Forschungsinstitut der sowjetischen Luftstreitkräfte

Dem Referent gelang es ausgezeichnet, den 1. Teil dieses spannenden Kapitels deutsch-russischer Luftfahrtgeschichte mit Fakten und Bildmaterial zu vermitteln.

Empfohlene Literatur:

Daten & Fakten

Gründung: 19.09.1984
Stand 2016:  1.187 Mitglieder

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