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  • 20.2.19 - Fliegerhorst Eindhoven

 

Zu Besuch bei den Regierungsfliegern in Berlin-Tegel

Autor: Hartmut Köhler, Sektion Berlin

Nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Berlin ist die Flugbereitschaft beim Bundesministerium der Verteidigung beheimatet. Während in Köln-Wahn die erste und zweite Staffel angesiedelt sind, hat die dritte Staffel ihren Sitz auf dem Otto-Lilienthal-Flughafen Berlin-Tegel. Im August 2019 konnte die Sektion Berlin des Freundeskreises Luftwaffe diesen Standort besichtigen und interessante Einzelheiten über die hiesigen Aufgaben erfahren.

Die Flugbereitschaft ist auf dem militärischen Teil des Flugplatzes beheimatet, den die Bundeswehr von den Franzosen übernommen hat. Hier auf historischem Boden, wo vor gut 60 Jahren die Air France mit der Lockheed Super Constellation den Langstreckenverkehr und mit der „Caravelle“ das Düsenantriebszeitalter für Berlin eröffnet hat, steigen heute die Bundeskanzlerin oder andere Politiker in ein Luftfahrzeug der Flugbereitschaft ein, um Ziele in der ganzen Welt zu erreichen.

Vor Ort trug uns Hauptfeldwebel Urban die Grundzüge der Aufgaben der Flugbereitschaft vor. Er ist Flugbetriebsmeister und ihm obliegen die Einsatzvorbereitungen eines Fluges hin bis zur Erstellung der Kommandantenmappe mit den Einzelheiten des durchzuführenden Fluges. Er ist bereits seit sechs Jahren auf diesem Posten. Daneben standen uns als Begleiter bei der Besichtigungstour Leutnant Gräßler und Hauptmann a.D. Batsch zur Seite. Grässler durchläuft hier ein Praktikum, er ist auf dem Weg zur Ausbildung als Flugzeugführer. Batsch hatte hier seinen letzten Dienstposten, auf dem er maßgeblich an der Planung des Betriebes und dem in der Zukunft anstehenden Umzug nach Schönefeld mitgewirkt hat.

Im Bereich der „Grauen Flotte“ betreibt die Flugbereitschaft Maschinen vom Typ Airbus A 310 MRTT („Multi Role Transport Tanker“) als Transportflugzeug, auch mit der Befähigung, als Tankflugzeug eingesetzt zu werden. Eine weitere Konfiguration ist der Einsatz als Krankentransportflugzeug (MEDEVAC) mit 38 Krankentragen und sechs Intensivplätzen für sofortigen weltweiten Einsatz. Der Betrieb der A310 fängt langsam an auszulaufen. Für die Zukunft ist geplant, sechs Airbus A330 zu beschaffen.

Bei der „Weißen Flotte“ werden verschiedene Typen betrieben, die hauptsächlich im politisch-parlamentarischen Bereich für die Beförderung der in diesem Bereich tätigen Personen eingesetzt werden. Diese Flugzeuge mit ihrer weißen Grundfarbe, den umlaufenden Streifen in den Bundesfarben schwarz-rot-gold und der Aufschrift „Bundesrepublik Deutschland“ sind durch ihre regelmäßige Präsenz in den Medien einer breiten Bevölkerung bekannt und weltweit ein Aushängeschild der Bundesrepublik Deutschland.

Derzeit sind zwei Langstreckenflugzeuge Airbus A340 im Einsatz, die aber voraussichtlich schon ab 2020 durch drei neue Airbus A 350 ersetzt werden. Für die Mittelstrecke sind noch drei Bombardier Global 5000 im Einsatz. Da zwei weitere Global 5000 aus technischen Gründen aus dem Verkehr gezogen wurden, werden derzeit kurzfristig drei Global 6000 beschafft. Weiterhin sind Maschinen vom Typ Airbus A319 im Einsatz. Eine Maschine ist auch für Beobachtungsflüge im Rahmen des Vertrages über den „offenen Himmel“ ausgerüstet. Zur Unterstützung der Global 5000 stehen ältere Hubschrauber vom Typ AS 532 Cougar zur Verfügung, wovon einer in Berlin-Tegel fest stationiert ist. Er steht in einem eigenen Hangar, in dem auch die notwendigen Wartungsarbeiten durchgeführt werden können.

Im Rahmen unserer Standortbesichtigung konnten wir diesen Hangar und das Fluggerät von innen und außen besichtigen. Der Hubschrauber steht in Berlin für kurzfristige Flüge zur Verfügung und ist auch geeignet, auf unbefestigtem Platz zu landen. Es kann auf dem Flug auch ein kleiner Imbiss gereicht werden. Insgesamt ist dieser Hubschrauber VIP-konfiguriert, also für sehr wichtige Personen geeignet. Er kann 700 Kilometer ohne Tankstopp fliegen und fast jedes Ziel in Deutschland in maximal drei Stunden erreichen. Über eine annähernd baugleiche Maschine  für die gleichen Aufgaben verfügt die Fliegerstaffel der Bundespolizei in Blumberg bei Berlin, dort allerdings unter der zivilen Bezeichnung „Super Puma“.

Die Fläche der Flugbereitschaft liegt am nördlichen Rand des Flugplatzes Tegel und ist Bestandteil des Luftsicherheitsbereiches des gesamten Flugplatzes. Es gelten also die gesamten Sicherheitsanforderungen mit allen üblichen Kontrollen. Sämtliche Flüge, die den militärischen Teil des Flughafens erreichen wollen, haben sich in den normalen Flugbetrieb planmäßig einzuordnen und werden auch durch den Tower Tegel bedient. Das Gleiche gilt auch für abfliegende Maschinen. Nur für wenige Ausnahmen wird beim An- und Abflug der Luftraum gesperrt.

Für die Bundesrepublik Deutschland gilt, dass der Bundespräsident, der Bundestagspräsident, die Bundeskanzlerin, der Bundesratspräsident, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, alle Bundesministerinnen und -minister sowie einige wenige weitere Repräsentanten des Staates für Dienstreisen die Flugbereitschaft nutzen können. Der Wunsch nach einem Transportmittel wird beim Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung angemeldet, von dort aus geht der Antrag an die Flugbereitschaft zur Umsetzung. Die Flugbereitschaft organisiert den Flug und stellt dann termingerecht das passende Luftfahrzeug am Einsatzort bereit.

Eine besondere Herausforderung für die Flugbereitschaft in Berlin ist die Durchführung von Besuchen von Staatsgästen hier in Berlin. Kleine Staaten erscheinen mit eher wenigen Flugzeugen und in geringer Begleitung. Bei größeren Staaten geht dann die Anzahl der Begleiter sehr schnell in große Höhen, und demzufolge erhöht sich auch die Anzahl der Flugzeuge, für die manchmal der Abstellplatz in Tegel nicht ausreicht, und die Maschinen auf anderen Flughäfen geparkt werden müssen. Ganz große Herausforderungen sind immer die Besuche des US-Präsidenten, des Staatspräsidenten der Chinesischen Volksrepublik und des israelischen Ministerpräsidenten, wobei die Amerikaner sogar eigenes Sicherheitspersonal auf dem Flughafen platzieren. Das Protokoll für die Staatsgäste auf dem Flugplatz erfolgt in enger Absprache mit dem Gastland, dem Wachbataillon, der Polizei und dem Auswärtigen Amt. Dies unterhält auf dem Flugplatz ein eigenes Gebäude, in welchem der Staatsgast zunächst empfangen wird, nachdem das militärische Zeremoniell durchgeführt wurde. Bei der Flugbereitschaft selbst sind im Einzelfall 150 bis 200 Mitarbeiter im Einsatz.

Im Rahmen der Besichtigung des Flugplatzgeländes bestiegen wir den alten Kontrollturm und konnten dort etwas verweilen. Wir hatten einen hervorragenden Blick auf den Flughafen Berlin-Tegel und konnten regen Flugverkehr nahezu hautnah beobachten. Die Silhouette von Berlin vom Fernsehturm in Mitte bis zum Kraftwerk Reuter breitete sich vor uns aus.

Während der Mittagspause dankte Sektionsleiter Günther Hoffmann unseren Betreuern für den interessanten Ablauf dieses Besuches.

Nach dem Mittag konnten wir noch den Abflug des Cougar beobachten, den wir vormittags noch im Hangar besichtigt hatten. Wir konnten praktisch erleben, wie es sich darstellt, wenn ein Flugzeug vom militärischen Teil abfliegen will und sich in den planmäßigen Verkehr einreihen muss. Er musste nämlich mit laufendem Triebwerk eine ganze Weile warten, bis er vom Tower die Freigabe bekam, um auf die nördliche Startbahn zu rollen und sich auf dieser in den Himmel zu erheben.

Daten & Fakten

Gründung: 19.09.1984
Stand 2016:  1.187 Mitglieder

Kontakt

Geschäftsstelle
Freundeskreis Luftwaffe e.V.
Wahn 504/10
Postfach 906110
51127 Köln

Telefon: +49 (0) 2203 - 64815
Telefax: +49 (0) 2203 - 800397
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