In deiner Nähe!

Der Freundeskreis Luftwaffe hat flächendeckend vier Sektionen. Nutzen Sie das Kontaktformular um einen Ansprechpartner in Ihrer Nähe zu erhalten. Die Sektionen befinden sich in nachfolgenden Städten: Berlin, Dresden, Nörvenich und München.

Kontaktformular

Was bieten wir?

Wir bieten in unserem Jahresprogramm eine Vielzahl von Veranstaltungen im In- und Ausland an. Besuche bei Einrichtungen der Luftwaffe, sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie vieles mehr! Jetzt Mitglied werden!

Aufnahmeformular

Veranstaltungen

  • 10.7.18 - 52nd Fighter Wing US Air Force
  • 19.7.18 - Hubschrauberregiment 64
  • 24.7.18 - Rolls-Royce Deutschland GmbH
  • 26.7.18 - NATO E-3A Component

 

Antoine de Saint-Exupéry: Nachtflug – Aufbruch ins Ungewisse

Autor: Hartmut Köhler, Sektion Berlin

Unter diese Überschrift stellte die Literaturwissenschaftlerin Dr. Ulrike Abraham beim Monatstreffen im November 2018 des FKLw e.V. - Sektion Berlin - ihren Vortrag über das leider viel zu kurze Leben und das Wirken von Saint-Exupéry.
Um das gesamte Wirken von Saint-Exupéry umfassend darstellen zu können, würde ein Abend nicht ausreichen, daher konzentrierte sich Frau Dr. Abraham auf drei Tätigkeitsbereiche in dessen Leben.

In den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts nahm die Luftfahrt einen rasanten Aufstieg. Saint-Exupéry wurde begeisterter Flugzeugführer. Als solcher war er den Naturgewalten zu Anfang seiner Fliegerei noch besonders stark ausgesetzt, weil zunächst die Pilotenkanzeln noch offen waren, denn das Fluggerät stammte noch aus der Zeit des 1. Weltkrieges. Erst später entstanden die verglasten Kanzeln.

In den zwanziger Jahren wurden Fluglinien eingeführt, die nach genauen Zeitplänen beflogen wurden.
So wirkte er maßgeblich am Aufbau einer Fluglinie nach Südamerika mit. Von Frankreich aus führte diese an der westafrikanischen Küste entlang bis nach Dakar, von dort aus über den Südatlantik bis an die Nordostspitze von Südamerika und von dort weiter an der Ostküste bis nach Buenos Aires. Es wurden Zwischenlandeplätze festgelegt und mit all den Dingen ausgerüstet, die man braucht, um solche Linien regelmäßig zu befliegen. Piloten mussten auch gute Mechaniker sein, also wurden Ersatzteile für Reparaturen vorgehalten. Wegen der Länge des jeweiligen Fluges wurden auch die Piloten gewechselt. Zeitweilig war Saint-Exupéry Flugplatzdirektor an der afrikanischen Westküste.

Dort konnte er auch seine diplomatischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, indem er mit den ansässigen Stämmen in der Sahara immer wieder zu Übereinkünften gekommen ist, damit der Flugbetrieb ungehindert durchgeführt werden konnte. Später wurde die Linie von Buenos Aires über die Anden bis nach Santiago de Chile verlängert. Auch diesen Abschnitt ist er sehr oft geflogen. Die dabei gesammelten Erfahrungen verarbeitete er in seinem Werk „Nachtflug“, welches 1931 erschien und 1932 wurde es ins  Deutsche übersetzt und später auch verfilmt. Neben diesem Werk hat er in dieser Zeit weitere Texte veröffentlicht, so das Buch „Der Flieger“ 1926 oder „Südkurier“ 1928, welches 1949 in Deutsche übersetzt wurde. Besonders bekannt ist das Werk „Der Kleine Prinz“ aus dem Jahre 1943. Es wurde in sehr viele Sprachen übersetzt, ins Deutsche 1950.

An seine physische und psychische Grenze gerieten er und seine Besatzung anlässlich eines Wettfluges von Paris nach Saigon. Nach einer Zwischenlandung in Bengasi musste die Maschine 1935 in der Wüste in Ägypten notlanden. Die Besatzung blieb unverletzt, aber die Maschine wurde schwer beschädigt. Die Besatzung versuchte vier Tage lang durch Fußmärsche einen Ausweg aus ihrer prekären Lage zu finden, was nicht gelang. Sie kehrten jeden Abend zur Maschine zurück. Da sie nur sehr wenig Lebensmittel und Trinkwasser hatten, drohte ihr Ende zu nahen. Als sie dann doch durch Zufall von einer Karawane Nomaden gefunden wurden, war das ihre Rettung vor dem Tod in letzter Sekunde.
Saint-Exupéry nannte die Situation später seine existentielle Grenzerfahrung.

Er arbeitete aber nicht nur als Pilot in der Linienfliegerei, sondern auch als Fluglehrer und Testpilot.
Sogar als technischer Konstrukteur machte er sich einen Namen. Er entwickelte Bordgeräte weiter, die die Navigation verbesserten und beeinflusste die Entwicklung der Radartechnik. Auch schuf er die Grundlagen für eine Freund-Feinderkennung im Flugzeug.

Zwangsläufig wurde Saint-Exupéry im Zweiten Weltkrieg auch Militärpilot. Da er sich weigerte, während des deutschen Angriffs auf Frankreich zur Verteidigung Bomben auf französische Gebäude zu werfen, wurde er Pilot in einer Aufklärungsstaffel. Das von ihm benutzte Flugzeug war eine Bloch MB 174 in der Aufklärungsversion, das zu damaliger Zeit am besten entwickelte Aufklärungsflugzeug. Es hatte eine Dienstgipfelhöhe von 11000 m. Der Konstrukteur dieses Typs kam als französischer Jude im KZ ums Leben.
Zum Ende des Krieges war Saint-Exupéry in Nordafrika in einem sehr erfolgreichen Aufklärungsgeschwader eingesetzt, das vom Sohn des US- Präsidenten Roosevelt geführt wurde.
Zu diesem Zeitpunkt wurde die BLOCH gegen den Typ Lockheed P-38 „Lightning“ ausgetauscht.
Nach heutigen Maßstäben würde man sagen, dass Saint-Exupéry ein Kosmopolit war, nicht nur wegen seiner Verdienste um den Aufbau der Fluglinie nach Südamerika, sondern auch wegen seiner anderen weltweiten Reisen. So war er auch in Moskau und in den USA. Dort hatte er Kontakte aufgebaut, mit deren Hilfe er erreichte, dass die USA die Resistance im Kampf gegen Deutschland unterstützt haben.
Saint-Exupéry wurde am 29. Juni 1900 geboren und fand den Tod am 31. Juli 1944 durch Abschuss bei einem Aufklärungsflug über dem Mittelmeer.

Frau Dr. Abraham hat ihren Vortrag in beeindruckender Weise durch auf die Leinwand projizierte Fotos unterstützt.

Gezeigt wurden zeitgenössische Fotos von Saint-Exupéry, von Flugzeugen, Briefmarken mit Darstellungen bedeutsamer Flugzeuge oder auch Konstruktionszeichnungen von ihm. Aus einigen Werken trug sie Textpassagen vor, deren Inhalt sie beflügelt hat, das Ausgesagte in zeichnerische Darstellungen zu übertragen, denn ihre Leidenschaft ist es, in Aquarelltechnik Bilder zu malen. Im Original stellte sie uns vier ihrer Bilder vor, die in zeichnerischer Perfektion und enormer Farbfreude gefertigt wurden. Das Werk „Flamme von Arras“, das 1942 erschien, wurde durch die Maschine „BLOCH“ vor einem nächtlich erleuchteten Fenster eines Kirchenschiffes dargestellt.

Auch seine technischen Leistungen wurden durch das Bild „The Age of Radar“ zum Ausdruck gebracht, indem die jahrzehntelang übliche Darstellung einer Radarantenne auf einem Träger gemalt wurde.
Ein weiteres Bild zeigt ein Flugzeug beim Überqueren der Anden. Das Werk „Wind, Sand und Sterne“ aus dem Jahre 1939, wurde zeichnerisch in der Form dargestellt, dass Flakscheinwerfer am Himmel nach einem Flugzeug suchen.
Am Ende des Vortrages konnten wir feststellen, dass es eine sehr gelungene Veranstaltung gewesen ist.

Übrigens: Frau Dr. Abraham ist Mitglied im Freundeskreis Luftwaffe e.V. Sektion Berlin.

Daten & Fakten

Gründung: 19.09.1984
Stand 2016:  1.187 Mitglieder

Kontakt

Geschäftsstelle
Freundeskreis Luftwaffe e.V.
Wahn 504/10
Postfach 906110
51127 Köln

Telefon: +49 (0) 2203 - 64815
Telefax: +49 (0) 2203 - 800397
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In Ihrer Nähe

Sektion Berlin
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sektion Nörvenich
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sektion Dresden
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sektion München
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Nach oben