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  • 24.7.18 - Rolls-Royce Deutschland GmbH
  • 26.7.18 - NATO E-3A Component

 

Sektion München besucht ehemaligen Fernmeldebunker in Pfaffenhofen

Text und Fotos: Heinz Gerrits, Leiter Sektion München

„Pfaffenhofner wehrt Euch ! Ihr bekommt einen Atombombenbunker in Eure Siedlung!" Derart reißerisch wandte sich der DDR-Sender 904 direkt an die Bevölkerung und warnte vor einer Anlage dessen Existenz streng geheim bleiben sollte.
Der Osten wusste also Bescheid im Gegensatz zu den Bürgern. Der Kalte Krieg war in Pfaffenhofen angekommen und heizte Spekulationen und wilde Gerüchte um ein Gebäude an, das bis heute im Pfaffenhofener Stadtgebiet steht und nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.


Vermittlungskonsole

Der Landkreis Pfaffenhofen erhielt in den 1950er Jahren einen ersten Stützpunkt der Bundeswehr in Scheyern 1958 mit einer Hawk- Luftabwehr-Raketenstellung der 3. Batterie der Flugabwehrraketenbataillons 34 und in den Jahren 1971/72 wurde die WTD 61 in Manching gegründet.


getarnte Entlüftung

1962 „ mitten im Kalten Krieg „wurde innerhalb der Stadt in einer Hanglage eines von insgesamt 34 verbunkerten , dezentralen und vernetzten Grundnetzschalt- und Vermittlungsstellen dezentral und aber vernetzte Grundnetzschalt- und Vermittlungsstellen in der BRD erbaut. Pfaffenhofen erhielt die Bezeichnung GSVBw 66. Unter strengster Geheimhaltung wurde ein Grundstück ausgewählt mit ausreichender Wasserversorgung mit Brunnen, Anbindung an eine Hauptverkehrsstraße, gleichem Höhenterrain sowie kurze Leitungen zum Hauptverstärkeramt.


Sektion München mit Führer

Rund 2 m unter der Erde wurde ein Bunker mit 3,5 m dicken hochwertigem Stahlbeton mit 1400 m² Fläche atombombensicher gebaut. Wie oben schon erwähnt, wurde zwar die Geheimhaltung gegenüber der Bevölkerung weit möglich gewahrt, aber die Gegenseite mit Besuchen der sowjetischen Militärmission hatte längst Bescheid gewusst.

Die damals geheimen Kosten für den Bunkerbau betrugen weit über 30 Millionen DM.
Sowohl Zivilangestellte und Bundeswehrangehörige – insbesondere der Luftwaffe – begannen unter „strengster Geheimhaltung die Arbeit unter der Erde". Die Arbeit ohne Tageslicht und nicht sonderlich guten klimatischen Bedingungen war nicht sonderlich gut.


Bunkerinneres mit 3,5 m dickem Beton

Es wurde im  Geländeeingangsbereich ein zivil aussehendes Unterkunftsgebäude für das Personal errichtet, was heute durch das „Inter Kultur Gartengelände“ genutzt wird.


Inter Kultur Garten mit Verwaltungsbau Fernmeldebunker sowie verkleideter Lüftungsschacht mit Dach

Auf einem Luftbild ohne die derzeit zu sehenden Bäume, Sträucher usw. sieht man einen Schuppen mit der verdeckten Eingangstreppe in den Bunker, 2 kleinere Dächer mit darunter befindlicher Be- und Entlüftung sowie ein normal aussehender Schornstein für die Be- und Entlüftung des Notstromaggregats im Bunker. Im Bunker mit druckfesten Türen und einem inneren leichten Überdruck befindet sich eine Dekontaminationskammer mit Dusche-Wäschewechsel , die Wasserversorgung, ein 35 m³ Heizöltank für Notstrom. , eine Nahverteidigungs Station als MG-Stellung sowie umfangreiche Fernmeldeeinrichtungen mit damals üblicher Technologie sowie eine Hebeanlage für Abwasser.


Foto der entfernten Fernmeldeeinrichtung

Die Belüftung konnte im Ernstfall auf Aktivkohlefilterung eingestellt werden. Innerhalb des Bunkers sind bei Stromausfall überall fluoreszierende Leuchtstreifen angebracht. Es gab auch neben Telefonvermittlung eine Fernschreibvermittlung und Decodierung.


Desinfektionsdusche

Die Personalstärke in der Luftwaffeneinheit war festgelegt auf 13 Soldaten, 31 männliche und weibliches Zivilpersonal der Bundeswehr, 15 Beschäftigte der Deutschen Bundespost und 6 weitere Personen für die Datenübertragung. Die Bewachung incl. 2 Diensthunde war zivil. Die Anlage war so konzipiert, dass die Anlage bei einem Atomangriff noch bis zu 4 Wochen versorgt und betriebsbereit gewesen wäre.


Reste der Fernmeldeschaltanlage

Der Bunker hatte ein Verhältnis Nutzraum zu Betonvolumen von 15 : 85 !
Innerhalb des Bunkers musste insbesondere in den bemannten Bereichen der Schallschutz und Wärmeisolation nachgebessert werden. Auch die Luftfeuchte von nur 40% war ein menschliches Problem und daher galt hier der Grundsatz: Maschine geht vor Mensch !


Wasserversorgung

Die hohe Sicherheit gegen atomaren Angriff bestand darin , dass der Betonkörper auf einem Sand-Kiesbett sowie Federn ruhend im Atomschlag sich bis 1,5 m verschieben konnte. Er hätte Panzersprengbomben bis zu 1000 kg aus der üblichen Abwurfhöhe standgehalten.


fluoreszierende Notbeleuchtung

Nach Ende der Nutzungsdauer wurde 1997 das im Erbbaurecht erworbene Gelände der Stadt zurückgegeben . Es wurden verschiedene Ideen der Nachnutzung erwogen wie Sprengung, Tauchstation , Solarnutzung, Kunst im Bunker und alles wurde verworfen.

Der Bunker kann besucht werden mit Führung über Stadtführung Pfaffenhofen.  


Grundnetz- und Vermittlungsstelle der Bundeswehr 66

Daten & Fakten

Gründung: 19.09.1984
Stand 2016:  1.187 Mitglieder

Kontakt

Geschäftsstelle
Freundeskreis Luftwaffe e.V.
Wahn 504/10
Postfach 906110
51127 Köln

Telefon: +49 (0) 2203 - 64815
Telefax: +49 (0) 2203 - 800397
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