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Lufthansa-Schicksalsmaschine Rückführung „Landshut“ seit 2017 in Deutschland

Autor: Rainer Appelt, Leiter Sektion Dresden

Angeregt durch einen Besuch der LH-Maschine „Landshut“ im Frühjahr 2021 sowie eine Neuerscheinung des Buches von Wolfgang Bormann mit dem Titel „Die Entführung der Landshut in Zeitzeugenberichten“ ist ein Anlass, sich dieses Ereignisses zu erinnern.

Seit 2017 ist die Lufthansa Maschine „Landshut“ in einem Hangar des Airports Friedrichs-hafen eingelagert. Beim Anblick im Frühjahr 2021 drängen sich beim Betrachter zwei Fragen auf: Was waren damals die historischen Hintergründe und warum ist das geplante Projekt noch nicht begonnen worden.

Am 13. Oktober 1977 entführte ein aus 4 palästinensischen Terroristen bestehende PFLP-LC Kommando die Lufthansa Maschine „Landshut“, eine Boeing 737-200 C auf ihrem planmäßigen Flug LH181 von Palma de Mallorca nach Frankfurt/Main. Die Terroristen hatten in ihren Kosmetikkoffern und in einem Radio zwei Pistolen, vier Handgranaten und etwa 500 Gramm Plastiksprengstoff versteckt und an Bord geschmuggelt. Neben den linksorientierten Terroristen waren an Bord der Maschine 86 Passagiere, davon 23 Deutsche. Das Ziel des Terroraktes bestand in der Freipressung von Mitgliedern der RAF um Andreas Baader und Gudrun Ensslin aus der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim.

Die Entführung geschah im französischen Luftraum und die Maschine sollte nach Larnaka auf Zypern umgeleitet werden. Wegen Treibstoffmangel erfolgte jedoch eine Zwischenlandung in Rom. Italien kam der Aufforderung des deutschen Innenministers, durch Beschuss der Reifen einen Start der Maschine zu verhindern, nicht nach. Danach begann eine Odyssee der Passagiere und der Besatzung mit Weiterflügen und Zwischenlandungen in Dubai, Aden (Südjemen) und am 17. Oktober 1977 in Mogadischu (Hauptstadt von Somalia). Gesteuert wurde die Maschine jetzt nur noch vom Copiloten Jürgen Vietor, weil die Terroristen bereits am 16. Oktober Flugkapitän Jürgen Schuhmann nach der Inspektion des Fahrwerkes seines Flugzeuges in Aden ermordet hatten.

Nach der Verlängerung des Ultimatums bis zum 18. Oktober 1:30 Uhr gelang es einem GSG 9 Kommando, eine Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes, die Befreiung der Geiseln.
Am 23. September 2017 gelangte die ehemalige LH-Maschine „Landshut“ (Schrottpreis 20.000 €), aus Brasilien kommend und seit 2008 flugunfähig, in einen Hangar des Bodensee-Airports in Friedrichshafen. Die LH-Maschine wurde in Fortaleza in einem verrotteten Zustand ausfindig gemacht wo sie als Transportmaschine ohne Bestuhlung und einer zusätzlichen Frachttür für die brasilianische Airline TAF jahrelang ihren Dienst versah. Als Transportmittel verwendete Lufthansa die Frachtfluggesellschaft Volga Dnepr Airline mit zwei Großraumtransporter vom Typ An-124 (für Rumpf mit 16 Tonnen Gewicht) und eine IL-76 (für Tragflächen, Bestuhlung, Triebwerke, Leitwerke u.a.).

Nach einem langen Hickhack um die Finanzierung und den Ausstellungsort einigte man sich nunmehr mit einer Bereitstellung von 15 Millionen € durch das Bundesinnenministerium, davon sind 7,5 Millionen € für 10 Jahre Betriebskosten, 4 Millionen € für eine neue Ausstellungshalle, 2,5 Millionen € für die Restaurierung der „Landshut“ sowie 1 Million € für ein pädagogisches Konzept vorgesehen. Mit der Umsetzung eines Ausstellungskonzeptes soll ein würdiger Erinnerungsort gegen Terror und dessen Bekämpfung geschaffen werden. Bereits seit 2019 sollte der neue Ausstellungsort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 Bilder

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Fotos: Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Schmidbauer mit Sitz der Hauptverwaltung in München, die die Entladearbeiten 2017 in Friedrichshafen mittels Spezialtechnik vorgenommen haben.

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